Sommer 2006: Das Pfalz Inferno orientiert sich neu, stellt sich auf eigene Beine und definiert klare Ansichten. Dabei entstanden ist unter anderem die Aktion „Fußball pur statt Eventkultur“. Während die Fahne in den letzten Jahren etwas einstFussball pur statt Eventkulturaubte, änderten sich unsere Ideale, welche vor sieben Jahren niedergeschrieben wurden, nie. Die Ansichten sind in unserer Gruppe nach wie vor fest verankert! Die letzten Jahre zeigten unserer Meinung nach deutlich, dass unsere damalige Vermutung nicht so falsch war. Nach der WM drehte sich die Spirale unaufhaltsam weiter, bis es letztendlich am 12.12.12 zum großen Knall kam.
Schuld daran haben alle Beteiligten. Was in dieser Zeit allerdings überhand genommen hat, sind populistische Forderungen der Politik sowie von Seiten der Polizei. Stehplatzverbot, Ganzkörperkontrollen, Ausschluss von Gästefans, Rauchverbot wie in der Oper, willkürliche Stadionverbote, immer härtere Strafen für Lappalien, Kollektivstrafen – die Liste der Forderungen und teilweise schon gängigen Praktiken ist lang. Was uns hierbei immer wieder bitter aufstoßen ließ, war in den letzten Jahren die sehr einseitige Berichterstattung der Medien. Schnell sprangen diese auf den Zug auf und machten aus dem Populismus Schlagzeilen, die sich gut verkaufen lassen. Was dabei verwundert, ist, dass die Stadien trotz der immer wieder propagierten steigenden Gewalt immer voller wurden. Komisch, dass sich so viele Leute Woche für Woche in Lebensgefahr begeben. Denn genau dies, dass man sich mit einem Stadionbesuch in Lebensgefahr begibt, berichtete Rainer Wendt (Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft).
Erst in letzter Zeit hat man das Gefühl, dass das Ganze zumindest teilweise etwas objektiver wird. Das deutschlandweite kollektive Schweigen in den ersten 12 Minuten und 12 Sekunden über drei Spieltage hinweg hat manchem dem Anschein nach die Augen geöffnet. Man hat wahrgenommen, welch bedeutende Rolle die Fans im Fußball spielen. Als „langweilig“ wurde die Atmosphäre sowohl von Fernsehzuschauern, als auch von Spielern bezeichnet. Sogar Kommentatoren und Journalisten waren von der bedrückenden Stille in Deutschlands Stadien wahrhaft beeindruckt. Das Produkt Fußball lässt sich ohne die lebendigen Kurven auf Dauer nicht vermarkten. Alle drängten darauf, dass endlich wieder Normalität einkehrt. Dennoch gibt es auch heute noch genügend übertriebene Berichte, bei denen man denkt, dass in Deutschlands Stadien ein Bürgerkrieg herrschen würde. Hier gilt es für die Fans weiter zu kämpfen. Es darf nicht in Vergessenheit geraten, wofür man in diesen 12 Minuten und 12 Sekunden geschwiegen hat. Ein erster Schritt in die Richtige Richtung wurde damit gemacht, dass inzwischen ein hoffentlich ernsthafter Dialog entstanden ist.

Die Baustellen gleichen nach der Aufnahme des Dialoges allerdings noch eher dem Zustand des Berliner Flughafens. Es bleibt abzuwarten, ob der Dialog nun endlich auch positive Ergebnisse für die Fanszene bringt oder ob es am Ende doch nur wieder eine Hinhaltetaktik ist und nach der nächsten „Randale“ gleich wieder die Peitsche ausgepackt wird. Es muss jeder Seite klar sein, dass ein langer Weg vor uns liegt, ehe ein Kompromiss gefunden wird, der für alle Seiten hinnehmbar ist. Dass es von heute auf morgen keine „Ausschreitungen“ mehr in und um Stadien gibt, ist dabei wohl genauso utopisch wie ein legales Abbrennen von Pyrotechnik.

So oder so, die Medien werden den Weg begleiten und evtl. auch beeinflussen. Deswegen wollen wir hier im Rahmen von „FPSE“ in Zukunft regelmäßig sowohl kritische, als auch objektive Berichte mit einem kurzen eigenen Kommentar präsentieren. Wir wollen hierbei sowohl auf Missstände aufmerksam machen, aufzeigen wohin der Weg möglicherweise gehen wird, aber auch objektive und wirklich lesenswerte Berichte loben.
Wir hoffen euch dadurch etwas aufzeigen zu können, für was „Fußball pur“ und für was die von uns angeprangerte, abzulehnende und hinter den Kulissen auf Dauer angestrebte, reine „Eventkultur“ steht!

Den Start der Wiederbelebung unserer Aktion wollen wir allerdings mit einigen älteren Berichten zur Thematik aus vergangenen Ausgaben unseres Fanzines „Paranoid“ machen, die ihr in der Artikelsammlung findet. Diese sind nach vielen Jahren wohl aktueller denn je.

Viel Spaß beim Lesen!


Viel Spaß beim Lesen!