Nach längerer Zeit wollen wir euch mal wieder einen Text zu unserer Aktion 'Fussball pur statt Eventkultur' präsentieren. Diesmal soll es um die WM-Vergabe nach Katar gehen.

Wie wohl jeder interessierte Fussballfan mitbekommen haben dürfte, findet die FIFA Fussball- Weltmeisterschaft 2022 in Katar statt. Doch bereits im September 2010, direkt nach Bekanntwerden der Wahl, wurden Stimmen laut, die WM nicht im Emirat Katar stattfinden zu lassen.
So sprechen viele Fakten klar gegen eine Austragung einer WM im Wüstenstaat. Beispielsweise ist allein die Fläche Katars mit ca. 11.600km² beinahe halb so klein als die von Rheinland-Pfalz. Darüber hinaus gehört das Emirat mit bis zu 50°C im Sommer und einer ganzjährig hohen Luftfeuchtigkeit zu einer der trockensten Regionen der Erde. Unter diesen Bedingungen ein Fussballturnier stattfinden zu lassen wäre allein im Hinblick auf die Gesundheit der Spieler grob fahrlässig.
Doch nicht nur die Bedingungen für die Mannschaften sind kritisch zu beäugen, sondern vor allem auch die Zustände, unter denen ausländische Arbeiter Stadien für das Großevent errichten müssen.
So hörte man in der Vergangenheit immer wieder von Todesfällen auf Baustellen in Bezug zur WM. In den Medien hörte man des öfteren von 185 Toten Nepalesen, allein im Jahr 2013. Die tatsächliche Zahl der Opfer dürfte wohl noch um ein Vielfaches höher sein, was auch der Internationale Gewerkschaftsverbund meint und eine Zahl von ca. 4.000 getöteten WM-Arbeitern nennt, wenn sich die Sklaven ähnlichen Umstände auf den Baustellen nicht verbessern sollten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtete beispielsweise von einer 'modernen Sklaverei', sowie von katastrophalen Wohn-, Arbeits- und Hygieneumständen. Arbeiter sollen in verdeckten Löchern in Tribünen zu zehnt gewohnt haben und dabei an manchen Tagen 12 Stunden lang zur Arbeit gezwungen worden sein, ohne Pausen und ohne feste Nahrung.
All diese Opfer haben die Ranghohen FIFA-Offiziellen zu verantworten, denen es bei der Gier um Macht und Geld schon lange nicht mehr um den Fussball geht. Aktuell ermittelt das FBI gegen den ehemaligen FIFA-Vizepräsidenten Jack Warner, der knapp 2 Millionen Euro vom Katarischen Fussballoffiziellen Mohamed bin Hammam im Zuge der WM-Vergabe ende 2010 entgegengenommen haben soll.
Man kann nur hoffen, dass dies der erste Schritt in die Richtige Richtung ist und sich noch viele weitere Offizielle verantworten müssen, denn wer eine FIFA WM auf Kosten von Menschenleben austragen will, der muss zur Rechenschaft gezogen werden und bekommen, was er verdient!

FUSSBALL PUR STATT EVENTKULTUR!