Montagsspiele sind so ziemlich das unbeliebteste, über das Fans in der zweithöchsten deutschen Fußballliga diskutieren. Über die Strapazen, um überhaupt bei den Spielen im Stadion stehen zu können, die kurzen Nächte, der Kampf gegen schwere Augenlider am Arbeitsplatz, verprasste Urlaubstage und die gelben Scheine wurde euch bereits ausführlich berichtet. Heute möchten wir mit euch zunächst einen Blick auf die Geschichte dieses elendigen Spieltermins werfen.

Das erste Montagsspiel der zweiten Liga, welches nicht auf einer Spielverlegung basierte, liegt bereits 23 Jahre zurück und datiert auf den 18.10.1993. Damals traf unser 98er Meisterkeeper Andreas Reinke mit dem FC St. Pauli auf unseren Sportdirektor Uwe Stöver, der seinerzeit für den VfL Bochum auf dem Platz stand. In der Saison 93/94 sollten 7 weitere Spiele am Montagabend folgen, ehe sie ab der Saison 95/96 zum festen Repertoire der Prime Time im deutschen Fernsehen gehören sollten. Natürlich gibt es seither auch jedes Jahr aufs Neue die beste zweite Liga aller Zeiten.

Zuvor wurde zeitgleich mit der Beletage gespielt. Freitags um 19:30, bzw. 20 Uhr, samstags um 15:00, bzw. 15:30 Uhr und sonntags um 15 Uhr. Der Hauptspieltag war dabei noch uneingeschränkt der Samstag. Zwischendurch gab es übrigens manchmal noch ein Sonntagsspiel um 18 Uhr, welches sicher auch heute im Pay TV Zeitalter noch problemlos als Alternative zum Livespiel am Montag dienen könnte. Am Sonntag wurde in der Bundesliga damals nur selten gespielt und wenn, dann nur ein Spiel um 18 Uhr (die 2. Liga kickte in diesem Fall sonntags nur um 15 Uhr).

Spieltermine welche heutzutage leider undenkbar geworden sind. Hauptverantwortlich dafür sind die immer weiter explodierenden TV Gelder und damit die Machtzunahme der TV-Anstalten über das Produkt Fußball. Die Schraube ist seit Jahren so weit gedreht, dass der Ball inzwischen jeden Wochentag rollt. Wie dies aussieht wisst ihr alle. Früher wurde der Europacup z.B. nur von Montag bis Mittwoch ausgetragen. Natürlich war der Modus und das Teilnehmerfeld damals mit dem Europapokal der Landesmeister, bzw. Pokalsieger und dem UEFA-Cup damals ganz anders, aber das möchten wir hier gar nicht weiter behandeln. Es sollte nur ein Beispiel sein, wohin die Reise in der Zukunft gehen wird. Klare Anzeichen haben wir zuletzt auch bei der Aufblähung der Euro gesehen. Pläne die WM ebenfalls zu erweitern wurden bereits öffentlich angesprochen, während man in Deutschland nach dem Ausscheiden aus der EM über „überspielte“ Stars debattierte. Man muss sich nicht darüber wundern, wenn man das perverse Spiel mit dem Geld bis zum Äußersten mitgeht, das Produkt Fußball ohne Rücksicht auf Verluste bis an die Schmerzgrenze ausquetscht.

Wir alle sollten uns Gedanken darüber machen, bis zu welchem Punkt wir Fans die unsere Mannschaft im Stadion unterstützen möchten, dieses Spiel noch stillschweigend mitspielen wollen und können. Jeden Tag Fußball scheint nicht mehr zu reichen, ab der nächsten Saison werden die Spieltage weiter zerstückelt, um irgendwann bestenfalls rund um die Uhr Livebilder servieren zu können. Natürlich führt man öffentlich andere Gründe wie „Ausweichtermine am Montagabend für Europacupteilnehmer“ an, aber jeder der nicht halbwegs blind durch die Weltgeschichte läuft sollte sehen was wirklich dahinter steckt. 4 Tage Live Fußball aus der Bundesliga am Stück, es wird so ziemlich alles getan, was der Geldgeber verlangt. Faninteressen spielen schon lange keine Rolle mehr. Warum auch? Der Rubel rollt! Nicht falsch verstehen, ohne Sponsoren und Geld geht es nicht, aber wenn sich der moderne Fußball weiterhin ohne Rücksicht auf Verluste nur in eine Richtung entwickelt, wird die Fankultur, deren Teil wir alle hier im Stadion sind, auf kurz oder lang der Vergangenheit angehören.

Was uns bei der nächsten Vergabe der TV Rechte zur Saison 20/21 bevorsteht, möchten wir uns noch gar nicht ausmalen. Es liegt an uns sich möglichst öffentlichkeitswirksam dem Trend entgegenzusetzen und ein Zeichen für uns Fans, für das was der Fußball wirklich bedeutet, zu setzen. Es liegt an uns, unseren Vorstand immer wieder an den Beschluss einer Jahreshauptversammlung vor ein paar Jahren zu erinnern, in dem die Mitglieder dafür abstimmten, dass der Vorstand sich auf Verbandssitzungen für fanfreundliche Anstoßzeiten einsetzen muss. Es liegt an uns, die Bequemlichkeit abzulegen und statt dem Pay TV Abo vielleicht doch die Kneipe um die Ecke vorzuziehen, wenn wir mal nicht im Stadion sein können. Je weniger Abonnenten, desto unattraktiver wird das Produkt. Und sind wir mal ehrlich, wer schaut sich denn von Freitagabend um 18:30 Uhr bis Montagabend um 22:15 Uhr Bundesligafußball an, schaltet am Dienstag und Mittwoch die CL ein, schaut donnerstags die Europa League, um freitags wieder von vorne zu starten? Irgendwann muss die Schraube doch überspannt sein. Für uns ist sie es bereits seit längerem und der Spieltag wird jetzt nochmal unübersichtlicher. Selbst der Aufstieg in die Bundesliga kann uns nicht mehr vor diesen elendigen Montagsspielen retten.

Wir sind der Meinung, dass Ligafußball nur am Wochenende stattfinden sollte. Dafür müssen wir mehr denn je einen Teil unserer Kraft einsetzen und nicht weiter alles so hinnehmen, „weil es halt so ist“! Wir Fans können viel bewegen, wenn wir alle an einem Strang ziehen und vor allem ausdauernd sind, auch wenn man dies aus der Entwicklung der letzten Jahre kaum glauben mag. Wenn wir weiter schweigen, sehen wir uns bald sonntags um 10 Uhr im Gästeblock am Millerntor. Natürlich vorausgesetzt, dass wir weiter so bescheuert sind und trotzdem hinfahren, während die Konsumenten des Fußballs gemütlich vor der Kiste ihren Kaffee schlürfen.

Lasst uns gemeinsam ein Zeichen gegen alle setzen, die unseren Fußball nur für eines nutzen – ihr Konto! Die Marschroute muss lauten das Spiel wieder Stück für Stück zurückzuholen, so wie sie es Stück für Stück immer weiter verkaufen. Unser langfristiges Ziel sollte dabei die Abschaffung der Montagsspiele sein! Lasst uns in Kaiserslautern anfangen laut zu werden, uns aufzulehnen und bestenfalls eine Welle durch die Fußballlandschaft schwappen zu lassen. Und selbst wenn die Welle ausbleibt, so lasst uns ihnen zeigen, dass niemand Fußball an einem Montag braucht. Lasst uns das Thema in den Köpfen platzieren, Deutschland soll darüber diskutieren! Unsere Nachkommen sollen den Fußball nicht nur als eine beliebte TV Produktion mit ein paar klatschenden Zuschauern kennenlernen. Dagegen gilt es anzukämpfen. Fußball ist mehr als das, was sie langsam aber sicher daraus machen!

We don’t like Mondays – FCK Fans gegen Montagsspiele!