Nachdem der FCK 2006 zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die 2. Bundesliga abgestiegen war, stand man nicht nur vor neuen sportlichen Herausforderungen. Vor allem die Anstoßzeiten im Unterhaus stießen nicht wenigen Lautrern bitter auf, was vor allem die beiden ersten Auswärtspartien in Liga Zwei verdeutlichten, da diese doch beide an einem Montag stattfanden. Konnte man am zweiten Spieltag noch zähneknirschend seine Mannschaft zu Beginn der Woche zum Karlsruher SC begleiten, war einen Monat später mit der Ansetzung des Spiels bei Hansa Rostock eine neue Dimension erreicht, welche so einfach nicht mehr hinzunehmen war. Aus reiner Profitgier ein Spiel im über 700km weit entfernten Rostock auf einen Montag zu terminieren, war schlicht eine bodenlose Frechheit, weshalb schnell die Köpfe innerhalb unserer Gruppe rauchten, um unsere Wut über das TV-Diktat zum Ausdruck zu bringen - die Aktion `We don't like Mondays´ war geboren. Und so kam es, dass sich die Fanszene des FCK erstmals mit 250 Personen im Gästeblock des Ostseestadions hinter einer neuen Fahne positionierte und zusammen den Protest ins Stadion brachte - `We don't like mondays - FCK-Fans gegen Montagsspiele´.
Wie schon in Karlsruhe und Rostock, setzte es auch beim dritten Montagskick der Saison 06/07 gegen den SC Freiburg eine Niederlage, sodass lediglich die "Scheiss DSF´-Wechselgesänge mit den Breisgauer Gästen positiv in Erinnerung bleiben sollte. Generell lässt sich sagen, dass sich in der ersten Saison des Protests vor allem Gesänge gegen den ungeliebten Sportsender, sowie die DFL sehr gut in der Kurve etablierten, was neben der WDLM-Fahne auch von weiteren entsprechenden Fahnen unterstrichen wurde.
Während man sich u.a. wegen der prekären sportlichen Situation in der Saison 07/08 auf das gewohnte Anflaggen der o.g. Fahne beschränkte, nahm der Kampf für fangerechte Anstoßzeiten ein Jahr später wieder mehr Fahrt auf. Insbesondere die veröffentlichten Pläne der DFL, Zweitligaspiele um 12:30 Uhr anpfeifen zu lassen, ließ die Kurve durch die Initiative `Kein Kick vor Zwei´, deren Ziele sich mit der We don't like Mondays-Aktion teilweise überschnitten, wieder aktiver werden. So kam es, dass am 2. Spieltag montagsabends gegen den Glubb einige Doppelhalter gegen verschiedene Fernsehsender und die DFL gezeigt wurden, unterstrichen von einem Spruchband mit der Aufschrift `Kein Kick vor zwei´. Bereits drei Spieltage später sollte erneut eine Partie zum ungeliebten Wochenbeginn stattfinden, sodass man sich gemeinsam auf den Weg nach Fürth machte. Im Gegensatz zu den gewohnten Fahrten am Montagabend, entschied man sich dieses Mal dazu, zu einer Mottofahrt aufzurufen. Unter dem Slogan `Ohne Urlaub wär'n wir heut nicht hier´, wurden alle Lautrer dazu aufgefordert, sich im Arbeitsoutfit auf den Weg nach Franken zu machen, um so einmal mehr seinen Unmut gegen die Terminierung unter der Woche zu zeigen. Ob Blaumann, Anzug oder Uniform spielte dabei keine Rolle, die Hauptsache war, man erweckt den Eindruck, dass man gerade von der Arbeit kommen würde! Am Ende des Tages schlossen sich viele Schlachtenbummler dem Aufruf an, sodass sich letzten Endes vom Koch, über den Bänker, hin zum Winzer so ziemlich alles im Gästeblock am Ronhof einfand. Abgerundet wurde die Aktion zum Intro mit einem zur Mottofahrt passendem Banner, samt Eckart aus den Werner-Filmen, sowie einem Spruchband mit der Aufschrift `Volles Rohr für Lautern´. Während dem Spiel wurde dann noch, wie gewohnt, allerhand Liedgut bezüglich Anstoßzeit und Fernsehsender zum Besten gegeben, sodass man auf einen rundum gelungenen Protesttag zurückblicken kann.
Im weiteren Verlauf der Hinrunde 08/09 wurden beinahe an jedem Spieltag kontinuierlich Aktionen gegen geplante und bestehende Anstoßzeiten in der zweiten Liga gezeigt. Seien es x 'Scheiss DFL!' Banner in Wiesbaden, tausende rote Karten für die Anstoßzeit gegen Aachen, 2.000 an die DFL gesendete Postkarten, oder auch nur die unzähligen Spruchbänder, die zu Hause und auswärts auf die Problematik aufmerksam machten.
Ein besonderes Spiel sollte dann mit der Partie bei den Münchner Löwen anstehen. Als Reaktion auf die sage und schreibe neunte (!) Terminierung auf einen Montag, stellte man im Vorfeld des Spiels 500 rote Mottoshirts mit dem bekannten `We don't like Mondays´-Slogan her. Jene Shirts wurden zum Spielbeginn mit einer neuen großen Fahne mit identischer Aufschrift ergänzt, welche übrigens heute noch bei jedem Spiel am Wochenstart präsentiert wird. Somit war damit auch der letzte Kick unter der Woche der Saison 08/09 abgehakt.
Nachdem man also ein Jahr lang, was den Anstoßzeiten-Protest angeht, das Gaspedal ordentlich durchgedrückt hatte, beschränkte man sich in der Aufstiegssaison wieder auf einige Spruchbänder bei den Spielen gegen Aachen und St. Pauli, wobei auch in dieser Spielzeit durchgehend mittels Gesängen der Unmut der Kurve über die Terminierungen und TV-Sender ausgedrückt wurde.
Nachdem man sich zwei Jahre lang in der 1.Liga Luft von den unsäglichen Montagsspielen verschaffen konnte, wurde man in der Saison 12/13 prompt auf den harten Boden der zweitklassigen Tatsachen zurückgeholt und bekam direkt zum Auftakt ein Heimspiel gegen Union Berlin zum Wochenbeginn aufgetischt. Jenes wurde in alter Manier mit Spruchbändern und Gesängen während der Interviews nach dem Spiel begleitet, sodass die Gespräche kurioser Weise wegen 'Tonproblemen' abgebrochen wurden. Darüber hinaus wurden beim Spiel in Aue einige Spruchbänder mit den Zielen der Montagsauswärtsspiele der Saison samt jeweiliger Kilometerzahl gezeigt. Dazu, wie bei allen Spielen, die `We don't like Mondays´-Fahne, sowie die Spruchbänder 'Hey DFL – Wir haben auch nur begrenzt Urlaub', 'Montagsspiele abschaffen' und 'Vorstand, denk an die JHV 2009'. Letzteres bezog sich darauf, dass sich der Vorstand auf besagter Jahreshauptversammlung dazu verpflichtete, sich für fangerechte Anstoßzeiten einzusetzen. Nachdem gegen Hoffenheim, natürlich an einem Montag, die Aufstiegsrelegation vergeigt wurde, durfte man logischerweise auch in der Folgesaison 13/14 öfter mal die große WDLM-Fahne lüften. So geschehen bei den Spielen in Fürth und gegen Cottbus, bevor man sich am 12. Spieltag in Bochum mal wieder etwas Neues einfallen ließ und im Gästeblock Trillerpfeifen verteilte. Was folgte, war ein wirklich ohrenbetäubendes Pfeifkonzert, welches durch die günstige Akustik im Ruhrstadion noch verstärkt wurde. Unter dem Motto `Wir pfeifen auf eure Anstoßzeit´ holte der Gästeblock ordentlich Luft und hinterließ damit bei nicht wenigen Zuschauern ein nachhaltiges Piepsen im Ohr, sodass die Aktion auch deutlich im TV zu vernehmen war und damit als voller Erfolg gewertet werden kann. Dass der Kommentator das Pfeifen als `unerträglich und penetrant´ betitelte, ist dabei noch die Kirsche auf dem Eis. Nachdem bei den Spielen gegen Düsseldorf und in Ingolstadt (hier wohlgemerkt einen Tag vor Heilig Abend) die WDLM-Fahne über 90 Minuten hing, präsentierte man selbige auch im neuen Jahr in Aue, gegen Köln, sowie zum letzten Montagsspiel der Saison 13/14 in Köpenick jeweils über die gesamte Spielzeit am Zaun.
In den beiden Spielzeiten später hielt man sich, abgesehen vom erneut 90 minütigen Anflaggen der WDLM-Fahne am 1.Spieltag der Saison 14/15 gegen die Münchner Löwen, sowie dem Zeigen der Fahne beim Heimspiel gegen Bochum ein Jahr darauf (hier übrigens erstmals medienwirksam zum Intro auf der Südtribüne) wieder etwas bedeckter, was nicht zuletzt an der, im Gegensatz zu den letzten Jahren, deutlich geringeren Anzahl an Montagsspielen lag.
Zum Schluss lässt sich also sagen, dass man in Kaiserslautern bereits seit zehn Jahren den Kampf gegen die unsäglichen Spielterminierungen der DFL angenommen hat, kontinuierlich Aktionen gegen jene gebracht hat und auch in Zukunft sicherlich nicht müde werden wird, für seine Ziele zu kämpfen – 10 Jahre We don't like Mondays!