Im Zuge des deutschlandweiten Aktionsspieltags beteiligte sich auch die Lautrer Fanszene am Protest gegen den DFB. Dazu wurde vorne das Spruchband „Unser Problem mit euch?“ präsentiert und dahinter im Block waren dann Themen zu sehen, die uns negativ aufstoßen: „Eventisierung“, „Kollektivstrafen“ und „Untergrabung von 50+1“. Danach prangte vor dem Block ein großes „Fick dich DFB“-Spruchband. An diesem Protestspieltag beteiligten sich fast alle Szenen aus den oberen Spielklassen. Die Hintergründe zu diesen Spruchbändern wurden bereits am Samstag mittels Flugblatt kommuniziert und könnt ihr hier nochmal nachlesen:

Die vergangenen Tage waren überschwemmt von Meldungen, dass der DFB an einem Kompromiss mit den Fans interessiert ist. Wie dieser Kompromiss im Detail aussieht wissen aktuell weder wir, noch - so vermuten wir - der DFB. Vielmehr scheint es dem DFB darum zu gehen, den Fans wieder den Schwarzen Peter zuzuschieben. Viel zu viel Kritik ist in den letzten Monaten an den Funktionären aus Frankfurt geübt worden. Jeder Fußballfan in Deutschland hat einfach wahrgenommen, dass der DFB sich immer mehr von der Basis entfremdet.
Doch wen meinen wir, wenn wir von der Basis reden? Damit meinem wir uns Fans, die Woche für Woche in die Stadien der Republik strömen und diese mit Leben und Stimmung füllen.

Ein paar Beispiele für die negativen Entwicklungen der letzten Jahre:

- Chinesische U20 in der Regionalliga Südwest
- Relegationsirrsinn
- Spieltagszerstückelung
- Überlegungen über Einführung des „englischen Modells“ (Abschaffung der Stehplätze)
- Untergrabung der 50+1 Regel
- Überteuerte Eintrittspreise
- Pokalfinale im Stile des amerikanischen Super-Bowls
- Eventisierung
- Strafen für kritische Spruchbänder und Gesänge
- Kollektivstrafen
- Undurchsichtige Bestrafungen

Diese Liste lässt sich noch um viele Punkte weiterführen. Wie ihr seht, geht es uns mehr als nur um das Thema Pyrotechnik. Es geht um Themen, die jeden Fan betreffen. Jeder, der ein Stadion betritt, wird mit diesen Themen zwangsweise konfrontiert und muss sich damit auseinandersetzen. Die Fans sind nur noch Beiwerk, im Mittelpunkt steht einzig und allein das Geld, sowie das Streben an immer mehr von diesem zu kommen.

Seit dem Auftritt der Dresdner in Karlsruhe hat deutschlandweit der Protest gegen den DFB zugenommen. Ob Spruchbänder, Demos oder Wechselgesänge. Bei fast jedem Spiel bringen die Fanszenen ihre Unzufriedenheit gegenüber dem DFB zum Ausdruck.

In den letzten Wochen wurde daher der Druck auf den DFB in der Öffentlichkeit immer größer, bis er überraschenderweise letzte Woche seine uneingeschränkte Dialogbereitschaft und den Verzicht auf Kollektivstrafen mittteile. Doch woher kommt plötzlich dieser Sinneswandel von Seiten des DFB? Ein Umdenken? Sicherlich nicht! Der Druck wurde in den letzten Wochen so groß, dass man Angst hat, dass die Stimmung weiter kippt und man versucht nun öffentlichkeitswirksam etwas Druck von sich zu nehmen.

Für uns ist die Dialogbereitschaft und der Verzicht auf Kollektivstrafen nur als ein Lippenbekenntnis in der aktuellen Situation zu werten, mit dem man versucht, die kritische Masse ruhig zu stellen. Warum geht man erst nach so vielen Jahren augenscheinlich auf die Fans zu?
Die Dialogbereitschaft war von Fanvertreterseite her in den letzten Jahren gegeben, jedoch wurde man immer nur hingehalten oder die Gespräche wurden wie bei dem Thema Pyrotechnik von Seiten der Funktionäre abgebrochen. Die Sommerpause dauerte fast drei Monate und erst wenige Tage bevor die 1. Bundesliga startet, möchte der DFB Gespräche führen?! Seien wir ehrlich, ohne den Druck aus den Fanszenen und den Medien hätte es dieses Gesprächsangebot niemals gegeben.

Nur weil der DFB in Zukunft auf Kollektivstrafen verzichtet, also auf eine Bestrafung Unschuldiger, werden wir nicht auf den Protest verzichten, sondern werden unsere Unzufriedenheit, auch weiterhin und falls es, um Gehör zu finden sein muss, auch provokativ, szeneübergreifend zum Ausdruck bringen, da die oben genannten Themen noch keinerlei Berücksichtigung finden und von Seiten des DFB erstmal mehr als nur mündliche Zugeständnisse kommen müssen. Deswegen beteiligen wir uns heute auch an der deutschlandweiten Aktion gegen den DFB

Zu diesem Thema werden wir euch in den kommenden Wochen noch näher informieren.

Unsere Stimme darf niemals verstummen!